Selbstgemachte Spätzle und Käsespätzle

Ich weiß nicht, ob euch das auch so geht, aber ältere Leute, die entbehrungsreiche Zeiten erlebt haben, haben manchmal logische aber manchmal auch seltsame Gedanken und Ansichten. Ich rede hier jetzt keineswegs von Erziehungsfragen oder Politik, sondern nur von Kochrezepten.

Als ich klein war, war das Essen sonntags bei meiner Oma immer das Höchste. Ich habe damals so gut wie nichts gemocht, aber die Spätzle und das Gulasch von ihr waren für mich grandios. Heute wäre das bestimmt nicht mehr so, aber darum geht’s ja hier auch nicht. Als ich dann irgendwann vor 12.823 Jahren mit meiner damaligen Freundin (die heute immer noch meine Frau ist) unsere erste Wohnung bezogen habe, wurde uns klar, dass wir bestimmt auch mal was selbst kochen müssen. So haben wir sie also nach dem Rezept für ihre Spätzle für vier Personen befragt. Neben dem Mehl und Salz verlangte sie vier Eier und so viel Wasser, bis der der Teig sich richtig anfühlt. Auf meine Frage wie viel Eier man dann für acht Personen benötigen würde, gab sie sechs an. Warum sechs und nicht acht konnte sie bis zu ihrem letzten Atemzug viele Jahre später nicht erklären, das war einfach so. Für mich bedeutet das also, dass man für vier Personen vier Eier, für acht Personen sechs, für sechzehn Personen sieben und für 32 Personen siebeneinhalb Eier usw. benötigt. Cool was?

Meine wichtigste Erkenntnis beim Zubereiten von Spätzle war irgendwann auf die schwäbische Komponente (also das Wasser) zu verzichten und statt dessen nur noch Eier, Mehl und Salz zu verwenden. Ich rechne pro Person 2-3 Eier (je nach Hunger), Salz nach Geschmack und so viel Mehl, bis sich der Teig richtig anfühlt, das gilt heute noch ganz genau so. Ich verwende auch immer nur eine Spätzlepresse (die ich übrigens von meiner Oma geerbt habe!), vom Brett schaben ist mir zu umständlich. Was ich hasse (und warum ich eigentlich in keinem Restaurant Spätzle esse) sind ersäufte Spätzle, die also direkt aus dem Wasser auf den Teller kommen und jedes Essen geschmacklich vernichten. Ich trockne sie direkt nach dem Kochen bei niedrigster Temperatur im Ofen, so kommt ihr Geschmack (und auch die Konsistenz) am besten. Natürlich kann man die Spätzle nun nahezu beliebig weiterv erarbeiten, meine liebsten dire Varianten sind als Beilage zu Fleischgerichten, als Käsespätzle wie hier im Film oder einfach pur.

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